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Malteser Seniorenheim Marienheim

„So wunderstill beglückt“ – zum Fest zurück in die 50er

Bewohner, Mitarbeiter und Angehörige feierten im Malteser Seniorenheim Marienheim eine Weihnachtsfeier der besonderen Art

18.12.2017
Bewohnerin Annelie Anders (98) übernahm spontan die Rolle der „Oma“ in dem Theaterstück, das zur Weihnachtsfeier im Malteser Seniorenheim Marienheim gespielt wurde – und verstand sich prächtig mit „Enkelin“ Tilda.

„In meiner Kindheit habe ich vor Weihnachten immer ein Weihnachtsmärchen besucht – das verbinde ich bis heute mit Weihnachten“ – so moderierte Ute Neumann, Leiterin des Malteser Seniorenheims Marienheim, die diesjährige Weihnachtsfeier in der Einrichtung an. Ein Märchen gab es zwar anschließend nicht zu sehen – aber das Theaterensemble „Demenzionen“ brachte mit dem Stück „Oh wie schön, es ist Weihnachten“ nicht nur festliche Stimmung, sondern auch viele Erinnerungen an vergangene Zeiten in das Marienheim.

Vertrautes aus vergangenen Zeiten
In dem Theaterstück, das im Speisesaal des Marienheims zum Besten gegeben wurde, bereitet eine Familie sich auf den Heiligen Abend vor. Das Besondere: Das Stück spielt in den 50er Jahren, mit vielen Requisiten aus dieser Zeit versetzt die Theatergruppe die Zuschauer in Zeit des Wirtschaftswunders zurück. Und auch die Rituale der Familie auf der Bühne erkannten viele Marienheim-Bewohner aus ihren „jungen Jahren“ wieder. Und noch etwas macht das Theaterprojekt Demenzionen besonders: Die Zuschauer werden aktiv einbezogen und werden zum Teil des Stücks. So schälten zwei Marienheimbewohnerinnen, die in den 50er Jahren selbst junge Hausfrauen waren, Kartoffeln – für den Kartoffelsalat am Heiligen Abend – andere reichten den Schauspielern den Baumschmuck an, als der Tannenbaum zum Weihnachtsbaum gemacht wurde. Die Akteure des Stücks teilten aber auch „ihre“ Weihnachtsteller mit dem Publikum und ließen an der frisch geschnittenen Orange für das Festmenü schnuppern. So wurde Theater für die Bewohner im Malteser Seniorenheim Marienheim im wahrsten Sinne des Wortes zum einem Fest für alle Sinne. „Mit der Rückkehr in diese Zeit mit ihren Bräuchen und typischen Gegenständen schafft die Theatergruppe Demenzionen eine Atmosphäre, in der unsere Bewohner sich sehr zu Hause fühlen“, erklärt Heimleiterin Ute Neumann den Hintergrund der Aufführung. Dass alle Zuschauer die angestimmten Lieder sofort mitsingen konnten und die Aufführung mit Sätzen wie „Wie bei uns früher“ oder „Das hatte meine Mutter auch!“ kommentierten, gibt dieser Idee Recht.

Unverhofft zum Bühnenstar
Ein ganz besonderes Erlebnis verschaffte das Ensemble von „Demenzionen“ Bewohnerin Annelie Anders. Mit 98 Jahren ist sie die älteste Bewohnerin des Marienheims und wurde in ihrem stolzen Alter nicht nur plötzlich doch noch „Oma“, sondern auch gleich ein gefeierter Bühnenstar. Für die finale Szene brauchte das Ensemble erneut Unterstützung aus dem Publikum: Eine Zuschauerin musste die Rolle der Großmutter übernehmen, die zum Fest zu Besuch kam. Diese Rolle übernahm Bewohnerin Annelie Anders und bekam für Ihre Darbietung nicht nur ein kleines Weihnachtspräsent aus den 50ern, sondern auch den tosenden Applaus des Publikums.
Zum Abschluss dieser besonderen Weihnachtsfeier sangen Schauspieler, Regisseurin Jessica Höhn, das Marienheim-Team und die Bewohner und ihre Angehörigen gemeinsam „Oh du fröhliche“ – und das war dieser Nachmittag, der erleben ließ, wie gnadenbringend die Weihnachtszeit sein kann.

Fotos von der Weihnachtsfeier 2017 im Malteser Seniorenheim Marienheim

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